Wintergarten (Schennjesse)

Nachdem wir uns ziemlich spontan dazu entschlossen haben einen Wintergarten zu errichten will ich hier auch die breite Öffentlichkeit an unseren Erfahrungen teilhaben lassen

01.06.2012 Vorbereitungen

Nachdem wir mit Stift und Papier einige Skizen angefertigt und uns auf einen Entwurf geeinigt hatten, haben wir beim Landkreis und einem Statiker die erforderlichen Unterlagen eingereicht und die Baugenehmigung erwirkt. damit waren die ersten hundert Euro schon mal weg dank deutscher Bürokratie. Muss ja alles seine Richtigkeit haben.
dann haben wir angezeichnet wo der Wintergarten hin soll

01.07.2012 Bodenarbeiten (Tiefbau)

Ein Loch für den Bodenaufbau ausbuddeln (Minibager)

Rechtzeitig vorher überlegen wohin mit dem Bodenaushub

22.07.2012 Bauseitiger Wandanschluss

An die Hauswand zur Sicherheit eine Patell Trägerkonstruktion angeschraubt.
Das Teil ist aus Leimholz und 10 cm. Stark. wir haben mit drei Mann gefühlte 250kg bewegt um das an die Wand zu bekommen. Herzlichen dank an dieser Stelle nochmal an Peter und Sascha 🙂

14.08.2012 Holzteile vorbereiten

Nachdem die Holzteile alle mindestens 2x gestrichen worden sind (difusionsoffene Lasur in unserm Fall) (Alles was im Aussenbereich ist 3x) können weitere Vorbereitungen getroffen und der Hausanschlussträger montiert werden

Im Carport ist jetzt platz um die restlichen Teile zu streichen (Fensterelemente und Türen inkl. Zubehör)

15.08.2012 Montage Hausanschlussträger und Sparren

Wenn der Hausträger an der Wand ist, können die Sparren montiert werden.

Die restlichen Sparren montieren und die Traufe fertigstellen

16.08.2012 Montage der Dachkontruktion

Kasettenkanteln und Schifter einsetzen.

Fensterdichtungen auf den Sparren befestigen, Traufbleche einsetzen, Regenrinnenhalter und Regenrinne befestigen.

18.08.2012 Montage der Fensterlelemente

Elemente einsetzen.

Alles Passgenau vorgearbeitet (freu)

27.08.2012 Bodenaufbau Teil 1

Alle Elemente für die Fenster und die Paralelschiebekiptür sind montiert und es kann mit dem Bodenaufbau losgehen. Isolierung und Kalksandstein sind jetzt vor Ort.

Reichlich Kies eingefüllt um den Boden eben zu gestalten. Die Isolierung ist an den Seiten ebenfalls schon drin.

02.09.2012 Bodenaufbau Teil 2

Die ersten 500 dünnformat Kalksandsteine sind drin

28.09.2012 Bodenaufbau Teil 3 (Hypotauscher)

Auf der ersten Lage Kalksandsteil liegen jetzt die halben Hypotauscher Steine die später für die regulierung der Luftfeuchtigkeit zuständig sind.

Mit 1mm PE Folie wird das System nach oben hin „Luftdicht“ verschlossen.

29.09.2012 Bodenaufbau Teil 4 (Lüftung und Isolierung)

Durch diese drei 200mm KG Rohre wird später im Sommer die heiße Luft under der Decke des Wintergartens abgesaugt und in den Garten abtransportiert.

Auf die PE Folie kommt jetzt Isolierung. (bei uns 250mm, aber es darf auch weniger sein wenn man im Winter mehr heizen möchte 😉 )

30.09.2012 Bodenaufbau Teil 5 und Lüftung

Der Garten ist inzwischen nicht mehr so mit Material vollgestellt

Die Isolierung (20cm) zum Erdreich und Steinspeicher ist drin und die Lüftungsgeräte sind installiert.

Die Abluftrohre (3x200mm)

Ein ca. 2m großes Loch wenn beide Türen zur Seite gefahren sind

03.10.2012 Bodenaufbau, Lüftung, Heizung und Regenrinnenblende

Ein bischen was an Material ist übrig geblieben. Aber wie sagt man so schön. Haben ist besser als brauchen. Und nicht angefangene Paletten und Dämmstoffpakete werden idR. vom Lieferanten zurück genommen.

Lüftergehäuse im Boden eingesetzt und alles weitestgehend wieder zugeschaufelt (ist der 03.10. der Tag der Deutschen oder der Tag der Arbeit?)

Der Lüfter für die feuchtigkeitsregulierung und der Zuluftklappenantrieb werden angeschlossen jetzt wo alles auf der richtigen Höhe installiert ist.

Die nach oben führenden Lüftungskanäle werden angelegt und ein weiterer für die unterbringung der Elektrotechnik.

Noch die Blende vor die Regenrinne ringsherum montieren und Teilbereiche mit PU Schaum abdichten damit später der Estrich nicht dahin läuft wo er nicht hin soll.

noch ein par Gedanken über die Heizung…

21.10.2012 Fußbodenheizung

Irgendwann in den letzten Wochen habe ich dann auch mal nach Feierabend und an den Wochenenden ein wenig weiter machen können (alles mit viel zu viel Verzögerung. Urlaub wäre schön….)

Heizung installiert

Die Rohre duch die Wand auf den Dachboden geführt (da wird die Heizungssteuerung sitzen)

Alles fertig vorbereitet für den Estrich

04.11.2012 Estrich und Aussenarbeiten Abschluss

Der Estrich ist drin. Jetzt „nur“ noch das Fensterelement zum Haus rausnehmen, Fliesen und die provisorische Tür verglasen.

Das Lüftungssystem funktioniert bereits einwandfrei

Die Bodenarbeiten im Aussenbereich sind auch für dieses Jahr  beendet.

18.11.2012 Heizung Teil 2

Draussen wird es langsam kalt. Zeit die Idee mit der Heizung in die Tat umzusetzen.

Die Rohre die im Wintergarten an der Wand hochgehen wurden auf dem Dachboden isoliert zum Verteiler geführt.

Die Strecke zum Primärkreis habe ich vorsorglich mit HT Isolierung versehen um möglichst wenig Wärmeverlusste zu haben.

Da der Wärmetauscher für das Abgasrohr z.Zt. noch auf sich warten lässt (18mm CU Rohr lässt sich nicht so prima biegen wie ich dachte) ist jetzt erstmal ein alter Heizkörper für die Wärmeaufnahme zuständig.

30.11.2012 Fliesen

19.12.2012 Fertig

19.12.2012 Zusammenfassung und Kosten für den Wintergartenaufbau

Alles in allem gut gelaufen.
Wenn man nicht einen 12 Stunden Tag hat ist es sicherlich möglich das ganze schneller zu realisieren.
Zwar müssen zwei Scheiben noch ausgewechselt werden die bei der Montage kaputt gegangen sind, und der Steinspeicher ist noch kalt, was sich in der Raumtemperatur deutlich bemerkbar macht (Der Wintergarten ist z.Zt. ca. drei °Celsius kälter als der rest des Hauses, aber das wird sich vermutlich im laufe der Zeit noch geben.
Die ein oder andere leckage an der Glaseindeckung hat sich auch zwischenzeitig gezeigt, dort wurde von mir bei trockenem Wetter nochmal nach gedichtet, und jetzt scheint es wohl dicht zu sein. Wenn ihr das also selbst in Angriff nehmt, seit sehr genau beim abdichten der grauen Dichtungsprofile.
Leider habe ich keine Bilder angefertigt vom fertig verlegten Hypotauscher Steinspeicher der für die Feuchtigkeitsregulierung zuständig ist.

Kosten:

  • Schennjesse (Wintergartenholz, Lüftungssystemkomponenten und Steinspeicher): €26.527,00
  • von Soosten (Ing. Büro für Statikerstellung für den Bauantrag): €350,00
  • Landkreis Verden (Baugenemigung): €63,00
  • Thies Holzbau (Leimholzträger für Hausanschlus): €655,35
  • Matthäi (Beton für Streifenfundament): €235,38
  • ABM (Material für den Fußbodenaufbau der nicht von Schennjesse geliefert wurde (Kies, Kalksandsteine, Isolierstoffplatten und Lüftungsrohre)): €1.369,51
  • Wiebe (Estrich inkl. verlegen): €892,50
  • Selfio (Fußbodenheizungsmaterial): €481,62
  • Wilkens&Eichhorn (Fliesen inkl. verlegen) : €997,13
  • Holz für Wandverkleidung und Ausbildung der Lüftungskanäle: €450,00
  • Diverses Kleinmaterial für das finish (Aluminiumwinkel, Lüftungsgitter, Steckdosen, etc.): €200,00

 Summe: €32.221,49

Womit sich mal wieder bewahrheitet das irgendwie Baumaßnahmen immer teurer werden als geplant 😉

Stand nach einem Jahr „Betriebszeit“

Nach inzwischen etwas über einem Jahr „Betriebszeit“ des Wintergartens können wir folgendes feststellen.

  • Hitzebewältigung durch das Lüfterschneckensystem:

Funktioniert zwar in soweit, dass der Windergarten nicht auf über ca. 35°Celsius überhitzt, aber wenn man 24°Celsius einstellt im Sommer, dann ist das System hoffnungslos überlastet und zudem relativ laut.
Leider steht in der Bedienungs- und Montageanleitung des Wintergarten nichts von einer Geräuschentkopplung die zwischen Lüfterschneckengehäuse und KG Rohren installiert werden könnte, oder von dem einbringen von Schalldämmwerkstoffen an den Rohrenden (Saugseite).

  • Feuchtigkeitsregulierung durch den Hypotauscher:

Funktioniert in soweit das es deutlich besser ist als in Wintergärten aus Aluminium. Kondenswasser ist relativ selten (idR. bei kaltem Wetter) an der Dachverglasung zu finden.
Bzgl. der Luftfeuchtigkeit ist der Wert allerdings sehr stark am schwanken und pendelt im Tagesrythmus zwischen 30% und 75%. Ich vermute es liegt daran, dass der Lüfter in dem Hypotauscher die Luftmenge nicht adequart durch den Hypotauscher bewegt bekommt. Ein Versuch mit einer Räucherkerze hat ergeben, dass nur eine sehr sehr geringe Menge Luft „durch“ den Hypotauscher geht.

  • Holz und Verarbeitungsqualität:

Die Holzqualität kann als gut bezeichnet werden aber nicht als Sooo überwältigend gut wie dargestellt.
Es ist zudem als ungenügend zu bewerten, dass das Holz volkommen unbahandelt geliefert wird, wenn der Kunde nicht die ca. 3.000€ für das Lakieren der Holzteile bezahlen möchte.
Bei dem Preis der Holzteile sollte wenigstens eine Tiefenimprägnierung mit Bläueschutz enthalten sein.

Die Verarbeitung der Holzteile ist gut bis sehr gut. Auch große Teile sind Maßhaltig und die Maße der fertigen Konstruktion stimmen mit Planmaßen überein.

  • Vertrieb, Kundendienst und Support

Ist alles noch etwas verbesserungswürdig. Wenn der Preis für das Holz ein paar tausend Eüro günstiger wäre, dann wäre sicherlich auch die Erwartungshaltung hier deutlich geringer, aber als wir z.B. die Herausforderung mit den defekten Scheiben zu bewältigen hatten war es erst nach fünffachem Erinnern an den Vorgang nach x Wochen erledigt.

Fazit:
Was wir vollkommen unterschätzt hatten ist die Tatsache, dass ein Wintergarten im Sommer so heiß, und im Winter idR. so kalt ist. Im Winter ist es im Wintergarten morgends ca. 7°Celsius warm. Wenn die Sonne aufgeht und es wenig bewölkt ist, steigt die Temoeratur schnell auf angenehme 20°Celsius oder mehr.

Im Sommer ist es ohne Abschattung im Wintergarten sicherlich tötlich. Auch die Lüfterschnecke (Warum auch immer „Schnecke“ ) schaft es ohne Abschattung des Wintergartens nicht die Temoeratur auf 35°Celsius zu senken. 37°Celsius bis 39°Celsius sind trotz Vollast des Lüfters die Regel. Da hilft nur Türen auf…

Das Lüftersystem halte ich für überteuert. Es handelt sich um einen mehrstufig schaltbaren Lüfter der in einer Holzkiste verschraubt ist, gepaart mit einer Temperaturabhänigen Drehzahlsteuerung inkl. LCD Display. Keine Revisionsklappe am Lüftergehäuse.
Wenn der Lüfter defekt ist heißt es Spaten her holen. Nicht gut..

Gleiches Gilt für den Hypotauscher. Die Holzkiste ist sozusagen eine hoffentlich dauerhaft funktionierende Plug&Play Lösung. Wenn was da drin defekt… Pech. Versuchen die Kiste ohne Beschädigung von Fliesen oder ähnlichem Fußbodenbelag heraus zu bekommen.

Wem also sein eigenes Geld nicht so wichtig ist, der ist bei Schennjesse genau richtig.
und wenn ich das ganze noch einmal bauen würde, dann ohne Hypotauscher und Lüfterschnecke. Die Sachen würde ich mir selbst zusammenbauen um Geld zu sparen.

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