Flügel Theodolieren (Was ist das eigentlich…)

Es geht dabei um den Vorgang der notwendig ist um an einer Windkraftanlage sicher zu stellen, dass das Blattprofil bei einem Pitchwinkel der von der Anlagensteuerung vorgegeben wird, auch wirklich aerodynamisch anliegt.

Also ein Soll Ist Vergleich.

Es gibt an jedem Rotorblatt die sog. TC Markierung die im Bereich der Rotorblattwurzel während der Produktion des Rotorblattes aufgetragen wird. Wenn diese Markierung mit einer Markierung an der Nabe über einander gebracht wird, sollte an der aerodynamisch wirksamsten stelle des Rotorblattes (Im letzten drittel (Nähe Blattspitze)) der Profilwinkel 0° betragen.

Leider hat es sich in der Praxis sehr häufig gezeigt, dass die Toleranz der TC Markierungen, aufgrund der Gesamtlänge des Rotorblattes von inzwischen mehr als 50m,  nicht innerhalb der zumutbaren Grenzwerte liegen. Daher musste ein Verfahren entwickelt werden um absolut sicher zu stellen dass 0° am Lagegeber des Pitchantriebes im Bereich der Blattwurzel auch tatsächlich 0° im Bereich der Blattspitze sind.

Die Lösung besteht aus einem zweiteiligen System.

Teil 1: Fernglas mit Fadenkreuz und Magnethalter

Teil 2: Holzschablone die ca. 5m auf den Flügel gezogen werden kann.

Und jede Menge Seil…

Ablauf

Das Fernglas wird am Lagerbock der Hauptwelle magnetisch befestigt. Diese Position ist zugleich bauartbedingt eine gesicherte 90° Ebene zur Rotorfläche.

Durch ein Loch am Boden der Gondel kann mit dem Fernglas nach unten geschaut werden in die Richtung der Flügelspitze des nach unten stehenden Flügels.

Auf den Flügel wird dann mit einem Seil von oben aus dem Maschinenhaus aus die Flügelschablone aus Holz über den Flügel gezogen. Ein Monteur am Boden steuert die Richtung mit zwei dünnen Seilen „wie ein Lenkdrachen“

Die Holzschablone ist so gefertigt, dass die Hinterkante der Schablone bei einem Blattwinkel von 0° exakt mit der Linie im Fadenkreuz parallel verläuft. Ist dies nicht der Fall, muss an der anlenkung des Rotorblattes die mechanische Verbindung weiter hinein- oder hinaus geschraubt werden, od. der Pitchumrichter in seiner 0° Position verändert werden (Je nach Pitchsystem).

Wenn die Hinterkante der Schablone parallel verläuft mit der Linie im Fadenkreuz und die Steuerung einen Soll bzw. Ist Pitch Winkel anzeigt von 0°, kann davon aus gegangen werden, dass ein aerodynamischer Gleichlauf gewährleistet ist.

Blick durch das Fernglas
Flügelschablone auf dem Weg nach oben

Rotorblatt mit Flügelschablone

 

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